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Lärmschutz in Norderstedt

Die Europäische Kommission hält Umgebungslärm für eines der größten Umweltprobleme in Europa. Deshalb hat sie mit der EG-Umgebungslärmrichtlinie dafür gesorgt, dass in allen Mitgliedsstaaten der EU Gesundheitsgefährdungen und Belästigungen durch Umgebungslärm systematisch verringert werden müssen. Norderstedt hat sich als erste Kommune eines Ballungsraumes in Europa auf den Weg gemacht, dieser Verpflichtung nachzukommen. Auf Basis einer Lärmkartierung und unter intensiver Mitwirkung der Öffentlichkeit wurde der Lärmaktionsplan “Norderstedt Lebenswert leise“  2008-2013 aufgestellt und am 15.07.2008 einstimmig von der Stadtvertretung beschlossen.

Dafür bedurfte es folgender Schritte bis zur endgültigen Beschlussfassung und Bekanntgabe:

Die effektive Mitwirkung der Öffentlichkeit an der Planung startete am 18. Januar 2013 mit dem Auftaktworkshop. Der 2. Workshop zum Sammeln von Lösungsvorschlägen fand am 22. Februar 2013 statt. Der darauf aufbauende Entwurf für den LAP 20013-2018 mit Stand vom 12.09.2013 wurde in den Sitzungen des Umweltausschusses am 18. und des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 19.09.2013 als Behördenfassung des LAP vorgestellt und von der Politik für das förmliche Beteiligungsverfahren freigegeben. Eingeflossen waren die Anregungen aus den zwei Mitwirkungsveranstaltungen für die Öffentlichkeit und die Abstimmungsergebnisse der verwaltungsinternen Projektgruppe Lärmaktionsplan. Zur rechtlichen Absicherung des Lärmaktionsplans gegenüber Dritten ist nach deutschem Recht ein förmliches Beteiligungsverfahren für Öffentlichkeit und betroffene Behörden erforderlich. Deshalb fand - wie bereits während der Aufstellung des LAP 2008-2013 - die förmliche Beteiligung analog §§ 72ff. Verwaltungsverfahrensgesetz statt, um das Mitwirkungsverfahren rechtssicher abzuschließen. Das Verfahren wurde unverzüglich eingeleitet. Der Entwurf lag in der Zeit vom 4.11. bis 4.12.2013 öffentlich im Rathaus aus. Gleichzeitig fand eine Informationsveranstaltung am 13.11.2013 statt, in der die wesentlichen Inhalte des LAP-Entwurfes 2013-2018 vorgestellt wurden. Bis zum 18.12.2013 konnten die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange schriftliche Einwände vorbringen.

Für die Aufstellung des Lärmaktionsplanes 2013-2018 war es auch erforderlich, die zukünftig erwartete Wir-kung bzw. den Nutzen der vorgeschlagenen lärmmindernden Maßnahmen aus dem Entwurf des Lärm-aktionsplans 2013-2018 für die betroffenen Anliegerinnen und Anlieger an den hoch belasteten Straßen-abschnitten nachzuweisen. In den Ausschusssitzungen des Umweltausschusses am 21.01.2015 und des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 22.01.2015 wurden die Ergebnisse der verkehrlichen Untersuchungen vom Büro Schnüll, Haller und Partner vom 1.12.2014 mit folgenden Bestandteilen vorgestellt:

  • Analyse 2014 (mit veränderter Verkehrsführung durch Umbau Knoten Ochsenzoll),
  • Nullprognose 2018 (mit erwarteter Stadt- und Verkehrsentwicklung bis 2018 ohne die lärmmindernden Maßnahmen des LAP 2013-2018),
  • LAP-Prognose 2018 (mit erwarteter Stadt- und Verkehrsentwicklung bis 2018 mit den lärmmindernden Maßnahmen des LAP 2013-2018).

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wurde in den Lärmaktionsplan 2013-2018 mit aufgenommen. Sie dient als Grundlage für die Betroffenenanalyse ohne und mit den geplanten Maßnahmen der Lärmminderungsplanung bis 2018 für den Straßenverkehr und die erforderliche Kosten-Nutzen-Analyse.

Die Stadtvertretung hat am 9.06.2015 das Ergebnis der förmlichen Beteiligung der Behörden und anderen Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit gemäß § 47d des Bundesimmissionsschutz-Gesetzes (BImSchG) und § 7 der Verordnung über die Lärmkartierung (34. BImSchV) in Anlehnung an Regelungen in § 4 (2) BauGB bzw. gem. § 3 (2) BauGB zur Kenntnis genommen. Den Vorschlägen des Amtes Nachhaltiges Norderstedt, wie mit den Stellungnahmen der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit umgegangen werden soll, wurde einstimmig gefolgt. Das Ergebnis floss in die Überarbeitung des Lärmaktionsplanes 2013-2018 ein.

Der Umweltausschuss hatte die Vorberatung zum Beschluss des LAP 2013 - 2018 in seiner Sitzung am 18.05.2016 abgeschlossen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr wurde in seiner Sitzung am 19.05.2016 ebenfalls informiert und angehört. Mit dem Beschluss des LAP 2013 – 2018 der Stadtvertretung in ihrer Sitzung am 7.06.2016 und der Bekanntgabe am 27.06.2016 wurde der Lärmaktionsplan 2013 - 2018 auch über die Stadtverwaltung hinaus wirksam. Mit der Meldung der Kurzfassung an das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ist der Prozess für die Periode 2013-2018 abgeschlossen.

Eine ruhige Lage wurde schon 2008 von den befragten Norderstedter Haushalten als ein wichtiger Faktor für ein ideales Wohnumfeld benannt - nach den Einkaufsmöglichkeiten, der guten ÖPNV-Anbindung und der öffentlichen Sicherheit. Aus diesem Grund hat der Lärmaktionsplan auch einen hohen wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt. Lärmminderungsplanung bietet viele weitere Vorteile für die Lebensqualität vor Ort. Über die Strategische Umweltprüfung, die für den ersten Lärmaktionsplan durchgeführt wurde, konnte belegt werden, dass der Lärmaktionsplan den Umweltschutz fördert. Gegenwärtig werden die im Lärmaktionsplan aufgeführten Maßnahmen weiter umgesetzt.

Erst gar keinen Lärm entstehen zu lassen bzw. die Zahl der Betroffenen so gering wie möglich zu halten, ist als vorsorgender Lärmschutz ebenfalls wichtig. Bei städtischen Planungen wird daher geprüft, ob sie dem Ziel einer Stadt der kurzen Wege dienen, wie die Struktur eines Plangebietes gestaltet werden kann (z.B. durch die Anordnung möglichst unempfindlicher Nutzungen entlang stark befahrener Straßen) und ob umweltfreundliche Verkehrsmittel (zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln) eine echte Alternative zur Autonutzung darstellen.

Lärmaktionsplans 2013-2018

 Titelbild LAP  

Am 07.06.2016 wurde der Lärmaktionsplan 2013-2018 von der Stadtvertretung einstimmig beschlossen.

Lärmaktionsplan 2008-2013

Lärmaktionsplan  
Am 15.07.2008 wurde der Lärmaktionsplan „Norderstedt. Lebenswert leise“ von der Stadtvertretung einstimmig beschlossen.

Mitwirkung der Öffentlichkeit

 Mitwirkung  
Die intensive Mitwirkung der Öffentlichkeit an der Lärmminderungsplanung ist für viele Städte in ganz Europa zum Vorbild geworden.

Freiwilliger Lärmschutz

 Lärmschutzprogramm Foto1 Größe Internet 1.2  

Informationen zum freiwilligen Lärmschutzprogramm 8+ finden Sie hier.

Umweltpädagogische Angebote

Pädagogik  
Ziel des umweltpädagogischen Angebotes ist es, schon früh das Empfinden dafür zu schärfen, wie wichtig Töne unseren Alltag beeinflussen – als Klang oder Lärm. Über den Spaß an einer sinnlichen Wahrnehmung der Töne und dem spielerischen Umgang mit ihnen soll das Gehör als wichtiges und zu schützendes Organ erkannt werden.

Vorsorgender Lärmschutz

Lärmschutz  
Ruhe ist ein Beitrag zur Lebensqualität. Deshalb ist es am besten, wenn Lärm erst gar nicht entsteht. Bei städtischen Planungen wird geprüft, wie Lärmbelastungen nach Möglichkeit vermieden werden können.

ACTIVE TRAVEL NETWORK

ATN   Norderstedt wurde aufgrund des Lärmaktionsplans in das EU-Projekt »Active Travel Network“ aufgenommen. Partnerstädte sind Weiz (AU), Lugo (E), Skanderborg (DK), Serres (GR), Riccione (I), Ljutomer (SLO), Radzionków (PL), Sebes (ROM) und Novarra (I); beteiligt sind ferner die Forschungsgesellschaft Mobilität und die Universität Graz. Ziel des Projektes ist die Förderung von Fuß- und Radverkehr. Daher beteiligt sich Norderstedt u.a. mit den Aktivitäten zur Europäischen Mobilitätswoche / dem autofreien Tag, den Themen-Rundwegen oder der Ausschilderung von Haupt- und Nebenrouten für den Radverkehr am Active Travel Network.